150 Jahre Familientradition im Gasthaus Goldener Stern Greßthal - dem Dorfwirtshaus mit der persönlichen Note

Gasthäuser, die "Goldener Stern" heißen, sind meist in der Nähe von Kirchen zu finden. Kirche und Wirtshaus - das gehörte in vergangenen Zeiten in einem Dorf schließlich auch zusammen.
Wie lange das Gasthaus Goldener Stern in Greßthal schon existiert, ist nicht bekannt, aber seit den 50er Jahren des vorletzten Jahrhunderts wurde es von Nikolaus Wolz übernommen und ist seitdem im Besitz der Familien Wolz und Schlereth, nun schon in der 5. Generation. Vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert. So gab es anfangs noch eine Kegelbahn und einen 3Etagen-Bierkeller am Ortsende Richtung Obbach, später eine Kegelbahn hinter dem Anwesen gegenüber der Kinderbewahranstalt. Eine Bäckerei wurde von Kaspar Wolz bis 1939 betrieben. Eigene Schlachtung gehörte natürlich auch zum Betrieb und das Schlachtvieh stammte aus der eigenen Landwirtschaft. 1948 hatte Edmund Schlereth eingeheiratet und mit seiner Frau Alma mit den heranwachsenden Kindern Rudi, Hermann, Klaus und Elisabeth den Betrieb bis in die siebziger Jahre geführt. 1976 übernahm Klaus Schlereth den Betrieb. Auf dem Tanzboden und in der Bar ging es zur Fasenacht und an Kirchweih bis Ende der achtziger Jahre noch hoch her. Schon mehrmals war der Fortbestand des Goldenen Stern durch familiäre Schicksalsschläge gefährdet. Im 2.Weltkrieg fiel Ludwig, der einzige Sohn von Alois und Dominika Wolz. Im Jahr 1996 starb Klaus Schlereth im Alter von 41 Jahren. Seitdem führt sein ältester Bruder Rudi den Betrieb weiter. Die Bewirtung übernahm bis Anfang 2002 Karin Lurz und bis 2007 Angelika Hoffmann.

Obwohl der jetzige Inhaber Rudi Schlereth mit seiner Familie in Knetzgau lebt, war es für ihn unvorstellbar, dass der Goldene Stern, das Dorfwirtshaus bei `s Velts (so der Dorfname) nicht mehr existieren sollte. Gibt es doch seit den siebziger Jahren einen Montags-Stammtisch, am Freitagabend nach der Musikprobe einen Musikanten-Stammtisch und am Sonntag früh nach dem Gottesdienst einen Frühschoppen-Stammtisch.

Der Stammtisch-Reigen wurde 2001 noch ergänzt um den Frauen-Stammtisch Harter Kern. Geselligkeit, Tradition, Gesang und Musik werden im Goldenen Stern bei`s Velts natürlich groß geschrieben. Da der Chef selbst leidenschaftlicher Musiker ist, wird das Wirtshaus-Singen und das offene Wirtshaus-Musizieren schon seit vielen Jahren praktiziert. Für die musikalische Abwechslung sorgen dann auch schon mal Gäste aus Böhmen oder aus Frankreich.

Das Jahr im Goldenen Stern beginnt in der Regel mit der Bewirtung beim Holzstrich, danach folgen die Jahresversammlungen des Musikvereins sowie des Vereins für Gartenbau und Landespflege, die Rosenmontags-Gaudi, im Sommer ein Hof- oder Kellerfest, das Kirchweihfest am 2.Oktober-Wochenende, der Besuch vom Dorf-Nikolaus und der Silvesterball. Nicht nur der Jahresverlauf wird im Goldenen Stern gelebt, sondern auch der Lebenslauf der Stammgäste bleibt natürlich nicht anonym. Es gibt viele Gründe, weshalb eine Stammtisch-Runde spendiert wird, insbesondere bei Geburtstag, aber auch bei Rückkehr vom Krankenhaus oder von der Kur.

Von Mai bis September wird bei schönem Wetter der Betrieb von der Gaststube in die Hof-Weinlaube verlegt. Sie ist auch ein geeigneter Rastplatz für Radfahrer und Wanderer. Zu einer Brotzeit mit Hausmacher-Wurst gibt es ein kühles Fassbier von Werner-Bräu aus Poppenhausen, das im Goldenen Stern seit 1905 ausgeschenkt wird. 150 Jahre Familientradition im Goldenen Stern und 100 Jahre Ausschank WERNER-Biere waren Grund genug im August 2005 ein Jubiläums-Hoffest zu feiern, zu dem alle früheren und jetzigen Gäste des Goldenen Sterns eingeladen waren. Die musikalische Unterhaltung übernahmen die Greßthaler Musikanten und die Rhöner Bergmusikanten aus Waldfenster.

Außerdem wurde im Rahmen der 1200-Jahrfeier die ehemalige Bauernscheune gegenüber dem Wirtshaus zur Musikantenscheune umgebaut.